Bearbeitet von: Nathalie Strübin
Fasnachtspredigt 2026
Zigg-Zagg-Wägli, gradi Stägli, vom Jona und vo andere
Zigg-Zagg-Wägli, gradi Stägli, vom Jona und vo andere
„Zigge-zagge hoi hoi hoi“ -
D Ysicht drhinter isch nit neu.
S dien Menschewäg - au wenn Dir d Hoor tuesch raufe -
sälte plant und fadegrad verlaufe.
Ob Jakob, Hanna, Maria, David, Vreni oder Schälle-Urs
- Vylmol lauft s Läbe im Zigg-Zagg-Kurs.
Nit nur wäge Zuefäll oder Schicksalsschläg,
nit wäge Baustelle, Ersatzbüs oder Gartehäg,
sondern will dr Mensch, wie me-n-en kennt,
sich eifach so gärn in öbbis verrennt.
Är macht sich e Wältbild, en Urteil, e Gsinnig,
und verliert drbi ganz liicht sini eigentlich Beschtimmig:
Sini Mitmensche gärn z ha. Was guet isch, dankbar z verkünde,
und Gott jede Tag ganz neu wider z finde.
Worum isch denn das so? Wie lauft’s in däm Läbe,
wo mir Mensche nach Ziel und nach Zuekunft sträbe,
und immer wider in Umwäg und Abwäg tien chläbe?
Scho d Bible brichtet vo Männer und Fraue, Döchter und Söhn,
wo statt gradus – siitwärts, ruggwärts oder im Zigg-Zagg göhn.
Bekannt isch dr Jona, sone Maa,
dä läbt zfride bis so la-la
Und möcht das im Grund gnoh au anderst nit ha.
Au nit denn, woner d Stimm vo Gott plötzlich vernimmt,
denn das, woner hört, het en sofort verstimmt:
„Loos, Jona, du hesch die gross Stadt Ninive
Zwar no nie mit eigene Auge gseh.
Und doch muesch dört ane,
und das in mim Name!
In däre Stadt goht unändlich vyl schief,
Glaube, Fride und Rächt sin imene ständige Tief.
Vom König übers Volk bis zu de Chind
Gsehn i nüt als Trotz, Egoismus und Sünd.
Do hilft nur no eins: E kräftigi Predigt!
Suscht isch die schöni Stadt erledigt. *
Das isch di Uftrag: Du muesch mitene rede,
und ghörsch jetzt ab sofort zu mine Prophete!
Wenn si nit Buess tuet, umkehrt und hört,
denn wird die ganz Stadt rubistubis zerstört.
Los, Jona, gang los, du wirdsch das scho rogge!“
Dr Jona isch bleich worde und furchtbar verschrogge.
Är, vor de Lüt, als Prophet? Ihm wird übel.
O Gott, das isch doch e „Mission“ ganz „impossibel“.
Dr Jona löscht s Liecht, bschliesst d Türe vom Huus,
und nimmt no die Nacht vor siner Beschtimmig Ryssus.
Är rennt ohni Pause durchs Gebirge zur Küschte
und meint, so könnti är Gott überlischte.
Gott aber, wo dr Wäg scho kennt,
luegt fründlich, wie dr Jona rennt. *
Dä goht uf e Schiff, löst „eimol eifach Nix-wie-weg“,
und versteckt sich unter Degg.
Är dänggt, wenn Gott ihn nümmi gseht,
vergisst er dr Jona, si Prophet,
und muess für dä Job z Ninive,
halt irgend e Ersatzmaa neh.
Ich dängg, Ihr alli kennet die Gschicht:
Es git e Sturm, dass s Rueder bricht.
Und wo kei Seemaa me hälfe kah,
bietet dr Jona sich als Opfer aa.
Me loht en drum ins Wasser falle
Zwüsche Wällebärg und Qualle,
är zapplet, strampled wie verruggt
bis en e Risefisch verschluggt.
Im Fischbuuch tuet dr Jona wider erwarme,
är läbt und weiss: Das isch Gottes Erbarme.
Är bättet, bereut, foht Psalme aa z singe,
bis dr ganzi Fisch tuet nach Gospel klinge.
Ganz gliich, wie hoch dr Wällegang:
Dr ganzi Fisch isch voller Gsang. *
Für dr Fisch isch das kei kleine Stress:
Dr ganz Tag tönts in ihm nach Nachtexpress,
als hätt är bime Morgequiz, s wär gspunne,
sone neus DABplus-Grätli gwunne.
Und will er dä Lärme nümme vertreit,
het er dr Jona wider usegschpöit.
An was erkennsch e Prophet? Ich sag’s ganz im Vertraue:
Prophete sin immer extrem schwer zum Verdaue.
Dr Jona isch e bitz durenand, aber wider an Land,
ligt näbeme Schiffstäg am Strand im Sand, allerhand.
Denn stoht er uf, luegt, und was muess er gseh ?
(- nei, nit s Waldhuus!) Vor ihm ligt die gross Stadt Ninive.
Im Zigg-Zagg isch er vor siner Beruefig gflüchtet,
und merkt jetzt: Gott het’s trotzdäm grichtet.
Dr Jona verstoht – und jo, är goht.
Seit nümmi Nei. Seit jetzt: Ahoi.
Für das, woner muess, isch alles parat:
Gott schribt au uf krumme Linie grad.
Und für jedes vo uns isch si do, die gross Gnad.
So mängge Plan wo d hesch, dä goht nit uff.
Hesch sicheri Ornig, und plötzlich machsch e Puff.
Die eint tuet sich grad zum zwölfte Mol bewärbe,
en anderi isch krank, het Angscht si könnt stärbe.
Zwei göhn mitnand, und denn gits bösi Wort,
zwei sotte mitnand rede - und är luegt numme Sport.
Ein schiebt wider uf, was är dringend sott erledige,
und eini verpasst so vyl - nur wäge de Verspötige.
Dr Abraham und d Sarah tien ins Ungwüsse starte -
uf das, wo Gott verheisst, mien si no mänggs, mänggs Johr warte.
Dr Jakob flüchtet, will är si Brueder het betroge,
im Simon wird’s Nacht, will är us feiger Angst het gloge –
ein wird König, und isch doch numme Schöflihirt,
d Hanna verzwyflet, meint dass si nie Mueter wird.
Ein isch als Zöllner verachtet, und wird denn no Apostel wärde,
dr ander isch Präsident vom greatest Land uf unsrer Ärde
und ändet als korrupte Zöllner.
(Jo guet: do ka-mer jetzt au kei Reim druf mache,
höchstens läär schlugge oder luut lache).
S Läbe isch kei grade Schtäg,
meistens isch’s e Ziggzaggwäg.
Z Muttenz kasch das meditiere,
eifach gehend usprobiere,
kasch die Ysicht täglig erbummle
mit oder au ohni Drummle:
biegsch in d Hinterzweiestross links y
findisch s Ziggzaggwägli gly,
s isch schmal und krumm, muesch eifach numme wytergoh:
z letscht wirdsch ganz stumm diräggt am Kirchplatz stoh.
Hörsch d Glogge lüte, gohsch in d Kirche yne
(Ihr händs kapiert, so wills mer schyne.)
Din hörsch ganz klar: „Du bisch Gott wichtig,
är git dim Läbe Sinn und Richtig,
los uf sis Wort, sig eifach parat:
Gott schribt au uf de krummschte Linie grad.“
Amen.
Die drei Reim, wone * hän, sin vom Klaus-Peter Hertzsch (1930-2015), Dozänt für Praktischi Theologie in Jena/DDR. In de 70er Johr het är es Bändli mit biblische Ballade zum Vorläse usegäh. Es heisst „Der ganze Fisch war voll Gesang“ und isch hüt no erhältlich, zum Bischpil bi Ex Libris für 11 Frangge. Vo ihm isch au e Lied im Kirche-Gsangbuech: „Vertraut den neuen Wegen“ (RG 843)
D Ysicht drhinter isch nit neu.
S dien Menschewäg - au wenn Dir d Hoor tuesch raufe -
sälte plant und fadegrad verlaufe.
Ob Jakob, Hanna, Maria, David, Vreni oder Schälle-Urs
- Vylmol lauft s Läbe im Zigg-Zagg-Kurs.
Nit nur wäge Zuefäll oder Schicksalsschläg,
nit wäge Baustelle, Ersatzbüs oder Gartehäg,
sondern will dr Mensch, wie me-n-en kennt,
sich eifach so gärn in öbbis verrennt.
Är macht sich e Wältbild, en Urteil, e Gsinnig,
und verliert drbi ganz liicht sini eigentlich Beschtimmig:
Sini Mitmensche gärn z ha. Was guet isch, dankbar z verkünde,
und Gott jede Tag ganz neu wider z finde.
Worum isch denn das so? Wie lauft’s in däm Läbe,
wo mir Mensche nach Ziel und nach Zuekunft sträbe,
und immer wider in Umwäg und Abwäg tien chläbe?
Scho d Bible brichtet vo Männer und Fraue, Döchter und Söhn,
wo statt gradus – siitwärts, ruggwärts oder im Zigg-Zagg göhn.
Bekannt isch dr Jona, sone Maa,
dä läbt zfride bis so la-la
Und möcht das im Grund gnoh au anderst nit ha.
Au nit denn, woner d Stimm vo Gott plötzlich vernimmt,
denn das, woner hört, het en sofort verstimmt:
„Loos, Jona, du hesch die gross Stadt Ninive
Zwar no nie mit eigene Auge gseh.
Und doch muesch dört ane,
und das in mim Name!
In däre Stadt goht unändlich vyl schief,
Glaube, Fride und Rächt sin imene ständige Tief.
Vom König übers Volk bis zu de Chind
Gsehn i nüt als Trotz, Egoismus und Sünd.
Do hilft nur no eins: E kräftigi Predigt!
Suscht isch die schöni Stadt erledigt. *
Das isch di Uftrag: Du muesch mitene rede,
und ghörsch jetzt ab sofort zu mine Prophete!
Wenn si nit Buess tuet, umkehrt und hört,
denn wird die ganz Stadt rubistubis zerstört.
Los, Jona, gang los, du wirdsch das scho rogge!“
Dr Jona isch bleich worde und furchtbar verschrogge.
Är, vor de Lüt, als Prophet? Ihm wird übel.
O Gott, das isch doch e „Mission“ ganz „impossibel“.
Dr Jona löscht s Liecht, bschliesst d Türe vom Huus,
und nimmt no die Nacht vor siner Beschtimmig Ryssus.
Är rennt ohni Pause durchs Gebirge zur Küschte
und meint, so könnti är Gott überlischte.
Gott aber, wo dr Wäg scho kennt,
luegt fründlich, wie dr Jona rennt. *
Dä goht uf e Schiff, löst „eimol eifach Nix-wie-weg“,
und versteckt sich unter Degg.
Är dänggt, wenn Gott ihn nümmi gseht,
vergisst er dr Jona, si Prophet,
und muess für dä Job z Ninive,
halt irgend e Ersatzmaa neh.
Ich dängg, Ihr alli kennet die Gschicht:
Es git e Sturm, dass s Rueder bricht.
Und wo kei Seemaa me hälfe kah,
bietet dr Jona sich als Opfer aa.
Me loht en drum ins Wasser falle
Zwüsche Wällebärg und Qualle,
är zapplet, strampled wie verruggt
bis en e Risefisch verschluggt.
Im Fischbuuch tuet dr Jona wider erwarme,
är läbt und weiss: Das isch Gottes Erbarme.
Är bättet, bereut, foht Psalme aa z singe,
bis dr ganzi Fisch tuet nach Gospel klinge.
Ganz gliich, wie hoch dr Wällegang:
Dr ganzi Fisch isch voller Gsang. *
Für dr Fisch isch das kei kleine Stress:
Dr ganz Tag tönts in ihm nach Nachtexpress,
als hätt är bime Morgequiz, s wär gspunne,
sone neus DABplus-Grätli gwunne.
Und will er dä Lärme nümme vertreit,
het er dr Jona wider usegschpöit.
An was erkennsch e Prophet? Ich sag’s ganz im Vertraue:
Prophete sin immer extrem schwer zum Verdaue.
Dr Jona isch e bitz durenand, aber wider an Land,
ligt näbeme Schiffstäg am Strand im Sand, allerhand.
Denn stoht er uf, luegt, und was muess er gseh ?
(- nei, nit s Waldhuus!) Vor ihm ligt die gross Stadt Ninive.
Im Zigg-Zagg isch er vor siner Beruefig gflüchtet,
und merkt jetzt: Gott het’s trotzdäm grichtet.
Dr Jona verstoht – und jo, är goht.
Seit nümmi Nei. Seit jetzt: Ahoi.
Für das, woner muess, isch alles parat:
Gott schribt au uf krumme Linie grad.
Und für jedes vo uns isch si do, die gross Gnad.
So mängge Plan wo d hesch, dä goht nit uff.
Hesch sicheri Ornig, und plötzlich machsch e Puff.
Die eint tuet sich grad zum zwölfte Mol bewärbe,
en anderi isch krank, het Angscht si könnt stärbe.
Zwei göhn mitnand, und denn gits bösi Wort,
zwei sotte mitnand rede - und är luegt numme Sport.
Ein schiebt wider uf, was är dringend sott erledige,
und eini verpasst so vyl - nur wäge de Verspötige.
Dr Abraham und d Sarah tien ins Ungwüsse starte -
uf das, wo Gott verheisst, mien si no mänggs, mänggs Johr warte.
Dr Jakob flüchtet, will är si Brueder het betroge,
im Simon wird’s Nacht, will är us feiger Angst het gloge –
ein wird König, und isch doch numme Schöflihirt,
d Hanna verzwyflet, meint dass si nie Mueter wird.
Ein isch als Zöllner verachtet, und wird denn no Apostel wärde,
dr ander isch Präsident vom greatest Land uf unsrer Ärde
und ändet als korrupte Zöllner.
(Jo guet: do ka-mer jetzt au kei Reim druf mache,
höchstens läär schlugge oder luut lache).
S Läbe isch kei grade Schtäg,
meistens isch’s e Ziggzaggwäg.
Z Muttenz kasch das meditiere,
eifach gehend usprobiere,
kasch die Ysicht täglig erbummle
mit oder au ohni Drummle:
biegsch in d Hinterzweiestross links y
findisch s Ziggzaggwägli gly,
s isch schmal und krumm, muesch eifach numme wytergoh:
z letscht wirdsch ganz stumm diräggt am Kirchplatz stoh.
Hörsch d Glogge lüte, gohsch in d Kirche yne
(Ihr händs kapiert, so wills mer schyne.)
Din hörsch ganz klar: „Du bisch Gott wichtig,
är git dim Läbe Sinn und Richtig,
los uf sis Wort, sig eifach parat:
Gott schribt au uf de krummschte Linie grad.“
Amen.
Die drei Reim, wone * hän, sin vom Klaus-Peter Hertzsch (1930-2015), Dozänt für Praktischi Theologie in Jena/DDR. In de 70er Johr het är es Bändli mit biblische Ballade zum Vorläse usegäh. Es heisst „Der ganze Fisch war voll Gesang“ und isch hüt no erhältlich, zum Bischpil bi Ex Libris für 11 Frangge. Vo ihm isch au e Lied im Kirche-Gsangbuech: „Vertraut den neuen Wegen“ (RG 843)
