Bearbeitet von: Nathalie Strübin
Der Weg ist das Ziel
Was unterscheidet eigentlich einen Pilgerweg von einer Wanderung? Darüber haben wir am Pilgertag diskutiert, bei dem wir von Flüh aus zum ehemaligen Kloster Dornach marschierten. "Beim Pilgern braucht man ein Ziel!" lautete eine Meinung aus der Gruppe. "Der Weg ist das Ziel", hielt jemand anderes dagegen. Dieser Spruch wird übrigens Konfuzius zugeschrieben, obwohl es dafür keinerlei Belege gibt.
Was unterscheidet eigentlich einen Pilgerweg von einer Wanderung? Darüber haben wir am Pilgertag diskutiert, bei dem wir von Flüh aus zum ehemaligen Kloster Dornach marschierten. "Beim Pilgern braucht man ein Ziel!" lautete eine Meinung aus der Gruppe. "Der Weg ist das Ziel", hielt jemand anderes dagegen. Dieser Spruch wird übrigens Konfuzius zugeschrieben, obwohl es dafür keinerlei Belege gibt.
Ich gebe zu: Beim Wandern ein Ziel zu haben, kann mich durchaus motivieren. Wenn es ein attraktives Ziel ist, nehme ich dafür auch eine Anstrengung in Kauf. Ich bin oft am Brienzersee in den Ferien, und seit vielen Jahren sehe ich vom Ufer aus das grosse Lobhorn in der Ferne. Mit seinen fünf markanten Zacken ragt es wie die Klaue eines versteinerten Drachen in den Himmel. "Dort will ich unbedingt einmal hoch!" liess ich meine Familie mehrmals wissen.
Diesen Sommer bot sich endlich die Gelegenheit, es zusammen mit meinem Mann zu besteigen. Früh am Morgen wanderten wir von Kiental aus los und bezwangen 1800 Höhenmeter, bevor wir endlich im Schatten des Lobhorns standen. Es fühlte sich wunderbar an, das Ziel erreicht zu haben. Allerdings mussten wir auch wieder herunterkommen. Nach dem Abstieg auf der anderen Seite fiel ich halbtot um und bereute bitterlich, dass ich mir eine solche Tour vorgenommen hatte. Das nächste Mal setze ich mir ein gemütliches Bergrestaurant als Ziel!
Beim Pilgern scheint mir das Ziel hingegen weniger wichtig. Die innere, achtsame Haltung macht für mich das Pilgern aus. Entscheidend ist nicht so sehr, wohin meine Füsse mich tragen, sondern welche Strecke ich innerlich zurücklege. „Pilgern heisst, sich von allem frei zu laufen und bei sich selbst anzukommen“, schreibt Anselm Grün. Ein äusserer Weg, besonders durch die Natur, kann mir dabei helfen. Ich mache Beobachtungen, erlebe Überraschungen oder Hindernisse, die zu Bildern werden für das, was mich innerlich bewegt. Im besten Fall gewinne ich durch das Unterwegssein einen frischen Blick auf meinen inneren Lebensweg und entdecke damit viel mehr als eine schöne Pilgerstätte am Ziel.
Auch für die Kirchenbank, die wir auf eine Tournee durch Muttenz geschickt haben, gilt: «Der Weg ist das Ziel.» Die Bank selbst mag aus Holz sein. Aber indem sie ihre gewohnte Umgebung verlässt und dort steht, wo man sie nicht erwartet, bringt sie Menschen zum Nachdenken. Sie lädt dazu ein, sich selbst zu fragen: Wo gehöre ich hin? Wo fühle ich mich zuhause? Und vielleicht merken einige, wenn sie darauf Platz nehmen, dass sie sich auf dieser alten Kirchenbank mehr daheim fühlen, als sie gedacht hätten.
Diesen Sommer bot sich endlich die Gelegenheit, es zusammen mit meinem Mann zu besteigen. Früh am Morgen wanderten wir von Kiental aus los und bezwangen 1800 Höhenmeter, bevor wir endlich im Schatten des Lobhorns standen. Es fühlte sich wunderbar an, das Ziel erreicht zu haben. Allerdings mussten wir auch wieder herunterkommen. Nach dem Abstieg auf der anderen Seite fiel ich halbtot um und bereute bitterlich, dass ich mir eine solche Tour vorgenommen hatte. Das nächste Mal setze ich mir ein gemütliches Bergrestaurant als Ziel!
Beim Pilgern scheint mir das Ziel hingegen weniger wichtig. Die innere, achtsame Haltung macht für mich das Pilgern aus. Entscheidend ist nicht so sehr, wohin meine Füsse mich tragen, sondern welche Strecke ich innerlich zurücklege. „Pilgern heisst, sich von allem frei zu laufen und bei sich selbst anzukommen“, schreibt Anselm Grün. Ein äusserer Weg, besonders durch die Natur, kann mir dabei helfen. Ich mache Beobachtungen, erlebe Überraschungen oder Hindernisse, die zu Bildern werden für das, was mich innerlich bewegt. Im besten Fall gewinne ich durch das Unterwegssein einen frischen Blick auf meinen inneren Lebensweg und entdecke damit viel mehr als eine schöne Pilgerstätte am Ziel.
Auch für die Kirchenbank, die wir auf eine Tournee durch Muttenz geschickt haben, gilt: «Der Weg ist das Ziel.» Die Bank selbst mag aus Holz sein. Aber indem sie ihre gewohnte Umgebung verlässt und dort steht, wo man sie nicht erwartet, bringt sie Menschen zum Nachdenken. Sie lädt dazu ein, sich selbst zu fragen: Wo gehöre ich hin? Wo fühle ich mich zuhause? Und vielleicht merken einige, wenn sie darauf Platz nehmen, dass sie sich auf dieser alten Kirchenbank mehr daheim fühlen, als sie gedacht hätten.

