Bolderntexte von Markus Bürki

Buerki_Markus-1-200x300 (Foto: Markus Bürki)
Unser Sozialdiakon Markus Bürki schreibt mit viel Leidenschaft Texte, die zum Nachdenken anregen, hinterfragen, seine Sicht auf die Dinge widerspiegeln und einen ab und an auch zum Schmunzeln bringen.

Auf Bolderntexte.ch veröffentlicht er regelmässig seine Werke. Und damit noch mehr Menschen etwas von seinen Worten erfahren, erlauben wir uns, diese Texte zwischendurch nun auch bei uns zu veröffentlichen.

Alle Bolderntexte finden Sie unter » www.bolderntexte.ch


7. Oktober 2026

Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach, füreinander und für jedermann. 1. Thessalonicher 5,157

… und jederfrau. Jaja, der liebe Paulus. Der erste Brief an die Thessalonicher sei der älteste Text des zweiten Testaments. Das muss ich einfach einmal glauben, da ich ja kein Bibelwissenschaftler bin. Paulus möchte sich gut um diese junge und unerfahrene Gemeinde kümmern. Er möchte als Beschützer und Wegbereiter den Menschen in Thessalonich unter die Arme greifen, damit sich diese auch ja von den alten Götzen abwenden und dem neuen Evangelium zuwenden und dabeibleiben, denn dann werden dereinst alle mit Christus vereint sein. Leider hat Paulus keine Zeit und so schickt er seinen Schüler Timotheus vorbei. Dieser soll vor Ort nach bestem Wissen und Gewissen für Ruhe und Stabilität sorgen. Als ich noch Jugendarbeiter war, hing im Jugendtreff genau dieser Vers in einem Rahmen an der Wand. «Jage dem Frieden nach und suche das Gute!»

Das gilt aber bei weitem nicht nur in der Jugendarbeit, sondern für alle Alterskategorien. Wenn ich bedenke, was für Bemerkungen und Sprüche mir auf Besuchen in Alters- und Pflegeheimen zu Ohren kommen, dann hat Paulus mit seiner Bitte nach dem Frieden sehr ins Schwarze getroffen hat.


8. Oktober 2026

Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. Jakobus 5,7

Jakobus ist radikal (Verse 1–6). Die Diagnose: Wir sind von allerlei Versuchungen geblendet, erliegen den weltlichen Massstäben, haben Begierden, Prestigedenken, Gier, Habsucht. Und die Reichen beuten die Armen aus! Was damals galt, gilt heute mehr denn je auf dieser Welt. Konflikte in Worten und Werken, Streit, Krieg, Elend, Tod, Verdammung.

Sind wir verloren?

Das Rezept dagegen: Dank der Neuausrichtung an Gott und seinem Wort kann Heilung geschehen. Wir müssen aber unser Leben grundsätzlich überdenken und zu einer gesunden Lebensweise finden. Lippenbekenntnisse reichen nicht mehr.

Die Therapie: Halte deine Zunge in Zaum und prahle nicht herum. Sei nicht überheblich und werte andere nicht ab.
Praktiziere die tätige Nächstenliebe, beute niemanden aus, unterstütze Arme und Einsame, suche die gute Gemeinschaft, unterstütze andere mit guten Worten und ermahne zum Durchhalten. Anstrengend, ich weiss!
Bleib mit Gott in Kontakt, flankiere deine Bemühungen stets mit dem Gebet, es bleibt wichtig.

Sind wir verloren?


Buerki Markus

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