Bearbeitet von: Nathalie Strübin
Ich mag den Herbst. Wenn die Tage spürbar kürzer werden und die Ernte auf den Feldern eingebracht ist, liegt eine besondere Stimmung in der Luft.
Für mich persönlich gibt es ein Lied, das diesen Geist des Herbstes einfängt wie kein zweites: «Wir pflügen und wir streuen» (RG 540). Es ist für mich das musikalische Herzstück dieser Zeit (genau so wie «Macht hoch die Tür» zum 1. Advent gehört). Als ich früher regelmässig an der Orgel sass, habe ich dieses Lied unzählige Male begleitet.
Doch auch eine ganz andere persönliche Erinnerung verbindet mich mit diesem Lied auf besondere Weise: Als meine Frau und ich vor zehn Jahren an einem 1. Oktober heirateten, lag der Termin genau auf dem Erntedankwochenende. Und ja – wir haben uns damals «Wir pflügen und wir streuen» als Predigtlied zu unserem Trauvers ausgesucht («Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat»/Hebr. 10,35).
Zugegeben – für unsere Festgäste war das ein eher unerwartetes Lied für eine Trauung 😊 Aber für uns war es eine wunderschöne Metapher auf die Ehe: Man investiert viel, sät Vertrauen, pflegt die Beziehung; doch dass eine Liebe wächst, reift und (im übertragenen Sinn) Ernte und Ertrag bringt, liegt letztlich nicht allein in der eigenen Hand. Es bleibt geschenkt.
Das ist auch der rote Faden, den Matthias Claudius, der Dichter des Lieds, in seinen Text gewebt hat. Er holt uns mitten im Alltag ab. Wir tun das Unsere: Wir pflügen und streuen, wir planen und arbeiten. Aber schon die erste Strophe erinnert uns daran: «doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand». Und weiter heisst es treffend in Strophe 2: «es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.»
Das Leben, ob auf den Feldern oder in unseren heutigen menschlichen Beziehungen, ist ein Geschenk, kein Produkt. In unserer modernen, durchgetakteten Welt neigen wir oft dazu, alles kontrollieren und erzwingen zu wollen. Das ist keine verstaubte Bauernromantik, sondern eine Einladung zur Gelassenheit. Es entlastet ungemein, wenn man weiss: Wir dürfen Verantwortung übernehmen und pflügen, aber das eigentliche Gelingen schenkt Gott.
Deshalb: Wo in eurem Leben, in euren Beziehungen oder eurer Arbeit durftet ihr denn in der letzten Zeit unverdientes «Gedeihen» erfahren? Wenn ihr in diesen Tagen durch die Herbstnatur geht, lade ich euch ein, der bekannten Melodie in diesem Geist und mit diesen Fragen einmal nachzuspüren.
Ich wünsche euch von Herzen eine gesegnete und behütete Herbstzeit!
Doch auch eine ganz andere persönliche Erinnerung verbindet mich mit diesem Lied auf besondere Weise: Als meine Frau und ich vor zehn Jahren an einem 1. Oktober heirateten, lag der Termin genau auf dem Erntedankwochenende. Und ja – wir haben uns damals «Wir pflügen und wir streuen» als Predigtlied zu unserem Trauvers ausgesucht («Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat»/Hebr. 10,35).
Zugegeben – für unsere Festgäste war das ein eher unerwartetes Lied für eine Trauung 😊 Aber für uns war es eine wunderschöne Metapher auf die Ehe: Man investiert viel, sät Vertrauen, pflegt die Beziehung; doch dass eine Liebe wächst, reift und (im übertragenen Sinn) Ernte und Ertrag bringt, liegt letztlich nicht allein in der eigenen Hand. Es bleibt geschenkt.
Das ist auch der rote Faden, den Matthias Claudius, der Dichter des Lieds, in seinen Text gewebt hat. Er holt uns mitten im Alltag ab. Wir tun das Unsere: Wir pflügen und streuen, wir planen und arbeiten. Aber schon die erste Strophe erinnert uns daran: «doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand». Und weiter heisst es treffend in Strophe 2: «es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.»
Das Leben, ob auf den Feldern oder in unseren heutigen menschlichen Beziehungen, ist ein Geschenk, kein Produkt. In unserer modernen, durchgetakteten Welt neigen wir oft dazu, alles kontrollieren und erzwingen zu wollen. Das ist keine verstaubte Bauernromantik, sondern eine Einladung zur Gelassenheit. Es entlastet ungemein, wenn man weiss: Wir dürfen Verantwortung übernehmen und pflügen, aber das eigentliche Gelingen schenkt Gott.
Deshalb: Wo in eurem Leben, in euren Beziehungen oder eurer Arbeit durftet ihr denn in der letzten Zeit unverdientes «Gedeihen» erfahren? Wenn ihr in diesen Tagen durch die Herbstnatur geht, lade ich euch ein, der bekannten Melodie in diesem Geist und mit diesen Fragen einmal nachzuspüren.
Ich wünsche euch von Herzen eine gesegnete und behütete Herbstzeit!

