Bearbeitet von: Nathalie Strübin
Editorial Oktober
Verkehrte Welt – wenn Kinder zu Leitenden werden
Manchmal sind es die kleinen Momente, die die grössten Geschichten erzählen. Zwei Kinder sitzen vor mir, ein Kartenspiel in den Händen, doch noch bevor die erste Karte gelegt ist, flammt ein Streit auf: „Ich möchte beginnen!“ – „Nein, ich fange an!“. Ein kurzer Schlagabtausch, ein kleines Drama des Alltags. Doch dann, ganz ohne unsere Hilfe, finden sie die Lösung: „Komm, wir machen Schere-Stein-Papier.“ Und plötzlich wird aus dem Durcheinander ein Spiel – fair, selbstbestimmt und gemeinschaftlich.
Manchmal sind es die kleinen Momente, die die grössten Geschichten erzählen. Zwei Kinder sitzen vor mir, ein Kartenspiel in den Händen, doch noch bevor die erste Karte gelegt ist, flammt ein Streit auf: „Ich möchte beginnen!“ – „Nein, ich fange an!“. Ein kurzer Schlagabtausch, ein kleines Drama des Alltags. Doch dann, ganz ohne unsere Hilfe, finden sie die Lösung: „Komm, wir machen Schere-Stein-Papier.“ Und plötzlich wird aus dem Durcheinander ein Spiel – fair, selbstbestimmt und gemeinschaftlich.
Zu solchen Situationen kommt es immer wieder, wir Jugendarbeitenden schlichten in diesen Fällen und machen Lösungsvorschläge wie “Schere- Stein- Papier"- Spiele, um eine gerechte Entscheidung zu finden. Nun sind die Kinder selbst auf die Lösung gekommen und haben unsere Entscheidungsoption übernommen.
Solche Augenblicke sind wie Fenster in eine andere Welt: Sie zeigen, wie Kinder Verantwortung übernehmen, wie sie wachsen, Entscheidungen treffen und über sich hinausgehen. Als Kinder- und Jugendarbeiterin durfte ich in den letzten fünf Jahren viele solcher Szenen erleben. Beziehungen sind entstanden, Vertrauen ist gewachsen, und immer wieder wird sichtbar, wie sehr Menschen aufblühen, wenn sie ihre eigenen Möglichkeiten entdecken und entfalten dürfen.
Besonders eindrücklich wird das jedes Jahr beim Weihnachtsspiel. Was einst mit schüchternem Lampenfieber begann, hat sich zu einem Projekt entwickelt, das von Generation zu Generation getragen wird. Jugendliche, die früher selbst im Rampenlicht standen, helfen heute den Jüngeren, ihre Rollen zu finden, Lieder einzustudieren, Kulissen zu gestalten. Aus Spielerinnen und Spielern sind Regisseurinnen und Regisseure geworden – und so entsteht ein Kreislauf, der zeigt, wie wertvoll Erfahrung ist, wenn sie weitergegeben wird.
Ein kleiner Vorgeschmack auf diese Haltung durfte ich kürzlich an einem Kindernachmittag erleben. Unter dem Motto „Verkehrte Welt – heute leiten die Kinder“ entschieden die Kinder selbst, was gespielt wird, welches Zvieri auf den Tisch kommt und wie der Nachmittag gestaltet sein soll. Mit einem Budget ausgestattet, zogen ein paar von ihnen los, kauften nicht nur Süsses, sondern auch Früchte und achteten darauf, dass die Wünsche von allen berücksichtigt wurden. Am Ende verteilten sie die Mahlzeit so gerecht, dass ich nur staunen konnte.
Vielleicht ist es genau das, was uns das Weihnachtsspiel jedes Jahr vor Augen führt: Dass es nicht die Perfektion der Aufführung ist, die zählt, sondern die Freude am gemeinsamen Gestalten, das Wachsen im Vertrauen und das Entdecken eigener Stärken. Eine „verkehrte Welt“, in der Kinder leiten und Erwachsene lernen – und in der wir alle spüren dürfen, wie lebendig Glaube und Gemeinschaft sein können.
Solche Augenblicke sind wie Fenster in eine andere Welt: Sie zeigen, wie Kinder Verantwortung übernehmen, wie sie wachsen, Entscheidungen treffen und über sich hinausgehen. Als Kinder- und Jugendarbeiterin durfte ich in den letzten fünf Jahren viele solcher Szenen erleben. Beziehungen sind entstanden, Vertrauen ist gewachsen, und immer wieder wird sichtbar, wie sehr Menschen aufblühen, wenn sie ihre eigenen Möglichkeiten entdecken und entfalten dürfen.
Besonders eindrücklich wird das jedes Jahr beim Weihnachtsspiel. Was einst mit schüchternem Lampenfieber begann, hat sich zu einem Projekt entwickelt, das von Generation zu Generation getragen wird. Jugendliche, die früher selbst im Rampenlicht standen, helfen heute den Jüngeren, ihre Rollen zu finden, Lieder einzustudieren, Kulissen zu gestalten. Aus Spielerinnen und Spielern sind Regisseurinnen und Regisseure geworden – und so entsteht ein Kreislauf, der zeigt, wie wertvoll Erfahrung ist, wenn sie weitergegeben wird.
Ein kleiner Vorgeschmack auf diese Haltung durfte ich kürzlich an einem Kindernachmittag erleben. Unter dem Motto „Verkehrte Welt – heute leiten die Kinder“ entschieden die Kinder selbst, was gespielt wird, welches Zvieri auf den Tisch kommt und wie der Nachmittag gestaltet sein soll. Mit einem Budget ausgestattet, zogen ein paar von ihnen los, kauften nicht nur Süsses, sondern auch Früchte und achteten darauf, dass die Wünsche von allen berücksichtigt wurden. Am Ende verteilten sie die Mahlzeit so gerecht, dass ich nur staunen konnte.
Vielleicht ist es genau das, was uns das Weihnachtsspiel jedes Jahr vor Augen führt: Dass es nicht die Perfektion der Aufführung ist, die zählt, sondern die Freude am gemeinsamen Gestalten, das Wachsen im Vertrauen und das Entdecken eigener Stärken. Eine „verkehrte Welt“, in der Kinder leiten und Erwachsene lernen – und in der wir alle spüren dürfen, wie lebendig Glaube und Gemeinschaft sein können.

