Der Religionsunterricht gehört in die Schule!

1 (Foto: Patrick Fürst-Aeschbacher): Kind an Wandtafel
Ein Bericht von Jürgen Bootsmann
Eigentlich wollte ich niemals den Beruf des Lehrers ausüben. Zu schmerzhaft waren meine eigenen Erfahrungen als
Schüler, als dass ich diesen Beruf wertschätzen konnte. Jetzt, am Ende meines Berufsweges, bin ich doch noch
Religionslehrer geworden und übe diese Aufgabe von Herzen aus. Das kann ich aus Überzeugung machen, weil wir
unseren Unterricht ohne Notendruck in entspannter Atmosphäre gestalten können. Ich darf meinen Glauben
einbringen und die Kinder darin fördern, ihre Erfahrungen und Meinungen auszudrücken.

Immer wieder staune ich, wie wenig die Schüler*innen an Vorwissen und gelebten Ritualen mitbringen. So ist es
eine grosse Aufgabe die Glaubensinhalte, die Geschichten, und Wertesysteme in grosser Offenheit den Kindern zu
vermitteln. Dafür wähle ich am liebsten Geschichten, die von Kindern mit Neugier und Staunen aufgenommen
werden. Dabei ist Humor, Überraschung und Spannung der beste Träger der Vermittlung.

Solange wir in der Schule unterrichten, können wir dieses wertvolle Angebot für alle Kinder gestalten. Auch bin ich als
Religionslehrer ein geschätztes Mitglied im Kollegium meines Schulhauses und auch dort ansprechbar und streitbar
zu den religiösen Themen.Ich finde: Bildung braucht Religion! Ohne Kenntnisse der Religionen sind Kunst, Kultur,
Gesellschaft und Geschichte nicht zu verstehen. Man kann ja über die Kirche streiten, allerdings nur schwerlich über
den Humanismus, den Jesus vermitteln wollte. So hoffe ich sehr, dass ich und meine Kolleg*innen weiter die religiöse
Ausdrucksfähigkeit und die Auseinandersetzung mit spirituellen Fragen in der Schule fördern dürfen.

Jürgen Bootsmann (Foto: Daniel Jenni, Fotosmile)